Ethnografische Studiensammlung

Wasserkannen aus Westafrika (Foto: Thomas Hartmann, JGU)

Die Ethnografische Studiensammlung bewahrt etwa 2.800 Objekte, die vor allem aus Zentral- und Westafrika sowie aus Australien, Papua-Neuguinea und anderen Teilen Ozeaniens stammen. Die Gegenstände der vielfältigen Sammlung repräsentieren ein breites Spektrum von Aktivitäten, die von religiösen Praktiken über Jagd und Kriegsführung bis zu Musik und Haushalt reichen. Sie ist die einzige Sammlung ihrer Art in Rheinland-Pfalz und eine der größten universitären Sammlungen an der Mainzer Universität.

Viele Objekte kamen in der Zeit Ende des 19./ Anfang des 20. Jh. nach Europa. Es sind daher historische Objekte, die auf vergangene Lebenswelten verweisen und gleichzeitig von ihrer Aneignung in Europa im Kontext der kolonialen Eroberung Afrikas oder Ozeaniens erzählen.

Die magazinierte Ethnografische Sammlung ist als Lehr- und Forschungssammlung konzipiert. Einer breiteren Öffentlichkeit wird die Sammlung durch Ausstellungen, Leihgaben und Ausstellungsbeteiligungen zugänglich gemacht. Nach Absprache mit der Kuratorin Dr. Anna-Maria Brandstetter ist auch eine Besichtigung möglich.

12. November 2019 // Podiumsdiskussion »Alles nur geklaut?!? Über Raubkunst, Provenienzforschung und Verantwortung«

Podiumsdiskussion mit Dr. Anna-Maria Brandstetter, Prof. Karl-Heinz Kohl, Dr. Stefan Naas MdL und Dr. Eva Ch. Raabe, moderiert von Mariela Milkowa.

Im Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg v.d.H. / Dienstag, 12. November, 19 Uhr

Welche Schritte müssen durchgeführt werden, um einen rechtmäßigen Umgang mit den Kulturgütern aus kolonialem Kontext sicherzustellen? Podiumsdiskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Foto: Aufsatzmaske | unbekannter Meister der Babanki | Kamerun, 19. Jh. | Sammler: Adolf Diehl | gekauft nach 1900 | 1909 im Linden-Museum Stuttgart inventarisiert | seit 1971 an der JGU Mainz | Holz, Farbpigmente | Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz

6. Mai 2019 // Heidelberger Erklärung der Ethnologischen Museen und Sammlungen

Heidelberger Stellungnahme

Dekolonisierung erfordert Dialog, Expertise und Unterstützung

Anlässlich der Jahreskonferenz 2019 der Direktor/innen der Ethnologischen Museen im deutschsprachigen Raum in Heidelberg wurde die folgende Stellungnahme verabschiedet.

Im deutschsprachigen Raum bewahren mehr als zwanzig öffentliche ethnologische und Weltkulturen-
Museen, Universitätsmuseen und -sammlungen sowie ethnologische Abteilungen in Mehrspartenmuseen
eine bedeutende Anzahl an Sammlungen mit kulturellen Artefakten, Fotografien, Film- und
Tondokumenten sowie Schriftarchiven. Diese Sammlungen erhalten wir in treuhänderischer Sorgfaltspflicht.
Über die Objekte wurden Beziehungen zwischen Menschen angelegt, die für jene, die sie einst
herstellten, für ihre Nachfahr/innen wie auch insgesamt für alle Gesellschaften bedeutsam waren und
bis heute sind. Diese Beziehungen stehen – ähnlich Diaspora-Verbindungen – im Vordergrund unserer
Aufmerksamkeit. ...

Abb.: Sieben Skulpturen der Bwiti-Religion | unbekannte Hersteller | Libreville (Gabun), vor 1971 (1960er Jahre?) | Sammlerin: Irene Löffler (Feldforschung in Gabun 1971-1972) | gekauft 1971 | Holz, Farbpigmente, Textilien, Spiegel, Pflanzenfasern, Metall | Höhe: 18-36,5 cm | Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz

27. Februar - 3. März 2017 // International Repatriation Workshop am National Museum of Australia in Canberra

Colleagues from across Australia and Germany at the National Museum of Australia (from left): Claire Owen, Anne Kelly, Gareth Knapman, Amber Aranui, Yann Le Gall, Hilary Howes, Andreas Winkelmann, Anna-Maria Brandstetter, Anja Schwarz, Birgit Schepps, Larissa Förster, Sarah Fründt, Antje Kühnast, Tom Murray, Major Sumner AM, Michael Pickering and David Kaus.
Photo: George Serras.

A German-Australian research network on Aboriginal and Torres Strait Islander human remains and sensitive objects and their repatriation was launched at the National Museum of Australia this month.

Anna-Maria Brandstetter, Ethnographic Collections curator, participated in the the week-long workshop which included colleagues from museums and universities across Germany, as well as from the Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, the Ngarrindjeri Regional Authority, the Australian National University, the National Museum’s Aboriginal and Torres Strait Islander team, and the Department of Communication and the Arts. Representatives from the Australian Government’s Advisory Committee for Indigenous Repatriation, including Zoe Rimmer, Ned David and Major Sumner, were also present.  ...