Der Edo-König will nach Hause*

Der Gedenkkopf ist aus dem Königreich Benin im heutigen Nigeria. Er ist aus Gelbguss (Messing), 52 cm hoch und etwa 30 kg schwer, und der Korpus hat einen Durchmesser von 26 cm. Die Bronze wurde von unbekannten Meistern aus der Gilde der Bronzegießer vermutlich Mitte des 19. Jh. gefertigt.

 

 

Geehrt — verkannt – geplündert – geteilt — gekauft — getauscht – nach Hause?

Mit diesen Wörtern lässt sich die Geschichte des Gedenkkopfs für einen Edo-König in der Ethnografischen Studiensammlung der Universität Mainz zusammenfassen. Die Wörter stehen für die Etappen und zugleich die Transformationen, die das Objekt bis jetzt erfahren hat.

Seit Jahren wartet der Gedenkkopf auf den nächsten Schritt, nämlich den Weg zurück nach Benin City. Und das Warten hat leider kein Ende. Jetzt muss der Edo-König abwarten, wie die „national einheitliche Position“ aussieht, die beim „digitalen Spitzengespräch“ am 29. April 2021 entwickelt werden soll. Zu diesem hat Kulturstaatsministerin Grütters „die Leitungen der deutschen Museen, die Mitglieder der Benin Dialogue Group sind, eingeladen, darunter etwa die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Kulturministerinnen der betroffenen Länder, die Kulturstiftung der Länder sowie das Auswärtige Amt“ (https://www.deutschlandfunk.de/benin-bronzen-gruetters-laedt-zu-spitzentreffen-ein.2849.de.html?drn:news_id=1250840).

 

* in Anlehnung an „Nofretete will nach Hause“ von Gert von Paczensky und Herbert Ganslmayr (München 1984)

© Sammlung Ethnologie Uni-Mainz
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