Der Edo-König will nach Hause*

Der Gedenkkopf ist aus dem Königreich Benin im heutigen Nigeria. Er ist aus Gelbguss (Messing), 52 cm hoch und etwa 30 kg schwer, und der Korpus hat einen Durchmesser von 26 cm. Die Bronze wurde von unbekannten Meistern aus der Gilde der Bronzegießer vermutlich Mitte des 19. Jh. gefertigt.

 

 

Geehrt — verkannt – geplündert – geteilt — gekauft — getauscht – nach Hause?

Mit diesen Wörtern lässt sich die Geschichte des Gedenkkopfs für einen Edo-König in der Ethnografischen Studiensammlung der Universität Mainz zusammenfassen. Die Wörter stehen für die Etappen und zugleich die Transformationen, die das Objekt bis jetzt erfahren hat.

Seit Jahren wartet der Gedenkkopf auf den nächsten Schritt, nämlich den Weg zurück nach Benin City. Und das Warten hat leider kein Ende. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist zur Rückgabe des Gedenkkopfs für einen verstorbenen Edo-König, der zurzeit in der Ethnografischen Studiensammlung bewahrt wird, bereit. Die zuständige Trägerin hat im September 2020 Jahr dem Legacy Restoration Trust bereits das Angebot der Rückgabe gemacht. Die Universität hat sich auch der Erklärung vom 29. April 2021 und dem dort skizzierten weiteren Vorgehen gerne angeschlossen. Bis zum Sommer 2021 wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „konkrete Handlungsschritte und einen Fahrplan für die anstehenden Gespräche“ entwickeln. Am 11. Januar 2022 gab es nun ein weiteres Treffen zum Umgang mit den Benin-Objekten in deutschen Sammlungen und Museen, zum dem Kulturstaatsministerin Roth eingeladen hat (https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/konferenz-zum-umgang-mit-den-benin-bronzen-kulturstaatsministerin-roth-rueckgaben-sind-ausgangspunkt-fuer-kuenftige-kooperationen--1995926). Bei diesem Treffen wurde mitgeteilt, dass es Eigentumsübertragungen und Rückgaben auf jeden Fall im Jahr 2022 geben wird.

 

* in Anlehnung an „Nofretete will nach Hause“ von Gert von Paczensky und Herbert Ganslmayr (München 1984)

© Sammlung Ethnologie Uni-Mainz
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