Afrikanische Schriftsteller:innen und Musiker:innen des 20. Jahrhunderts im O-Ton

Digitalisierung historischer Tonbänder des deutschen Afrika-Journalisten Gerd Meuer (1941-2017)

11/2021 – 10/2022

Gerd Meuer moderiert eine Lesung mit Wole Soyinka im Deutsch-Amerikanischen Institut in Heidelberg, 2004. Der literaturbegeisterte Hund hieß Lola und war ein großer Fan von Soyinka. © Gerd Meuer

 

Gerd Meuer (1941-2017) war im 20. Jahrhundert einer der führenden deutschen Afrika-Jour­nalisten. Seine Berichterstattung bezog sich auf politische Ereignisse und allgemeine Ent­wicklungen in Afrika, kulturelle Großveranstaltungen, aber auch Veran­staltungen rund um afrikanische Literatur in Deutsch­land. An der Organisa­tion und Durchführung solcher Veranstaltun­gen war Gerd Meuer in Zusammenarbeit mit diversen Kulturein­rich­tun­gen auch selbst beteiligt, u.a. als Mitinitiator, Kontaktvermittler, Moderator und Übersetzer.

Neben journalistischen Beiträgen, die in Zeitschriften und Zeitungen publiziert wur­den, ent­standen im Rahmen von Meuers Arbeit für etliche nationale und internationale Sender – darunter ARD, Deutsche Welle, SRG, ORG, Radio France, BBC, Radio Nederland, meh­re­re afrikanische Rund­funk-Anstalten, Radio Pacifica, National Public Radio (USA) – auch zahlreiche Ton-Dokumente in Form von Tonbändern.

Im Jahr 1999 überließ Meuer den größten Teil seiner umfangreichen Sammlung eigener Skrip­te, Zeitungen, Tonbänder, Fotos und zahlreicher weiterer Dokumente dem Mainzer Institut für Ethnologie und Afrika­stu­dien. Es folgten erste Maßnahmen zur Sortierung, Erfassung und Digitalisierung ausgewählter Materialien. Im Rahmen des aktuellen Projekts sollen insbesondere die Tonbänder digitalisiert werden.

Bei den rund 500 Tonbändern handelt es sich zum einen um Aufzeichnungen von (bzw. um Sendungen zu) politischen Ereignissen und kulturellen Veran­stal­tun­gen in ver­schie­­denen afrikanischen Ländern, die aus heutiger Sicht historisch zum Teil äußerst bedeut­sam sind, wie FESTAC ´77 in Lagos. Zum anderen handelt es sich überwiegend um Aufzeich­nun­gen von (bzw. um Sendungen) zu Veran­staltungen in Deutschland, an denen etliche der damals inter­national bekanntesten afrika­ni­schen Schriftsteller:in­nen beteiligt waren, v.a. Le­sun­gen oder Autor:innengespräche, z.B. im Rahmen von Literatur-Festi­vals bzw. soge­nann­ten „inter­natio­nalen Literaturtagen“ (u.a. in Berlin, Erlangen, Bayreuth, Staufen), aber auch im Rah­men der Janheinz Jahn-Symposien in Mainz, der Buch­messe in Frankfurt und bei­spiels­weise von Ver­an­staltungen in den Goethe-Instituten von Lagos, Nairobi und Abidjan.

Das Projekt wird von der Ernst-Wilhelm-Müller-Stiftung gefördert.

Studentische Mitarbeiterin im Projekt ist Johanna Schramm.