Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester

Von A wie Acholi bis Z wie Zulu: Literaturen in afrikanischen Sprachen

Dozent:innen: Dr. Anja Oed
Kurzname: Literaturen
Kurs-Nr.: 07.798.197
Kurstyp: Proseminar

Inhalt

Viele afrikanische Schriftsteller:innen verwenden beim Verfassen ihrer Werke eine afrikanische Sprache wie Acholi, Amharisch, Ewe, Gikuyu, Hausa, Igbo, Kerewe, Lingala, Luganda, Sesotho, Shona, Swahili, Wolof, Xhosa, Yoruba oder Zulu -- um nur einige Beispiele zu nennen. 

"Afrikanische Literatur" gibt es also keineswegs nur in den (ehemaligen) Kolonialsprachen, die vielerorts ja längst auch lokalen Charakter haben bzw. heute vielerorts von manchen auch als "afrikanische" Sprachen betrachtet werden.

Dieses Seminar vermittelt anhand von Ausschnitten aus ausgewählten Werken einen Einblick in Literaturen in afrikanischen Sprachen (im engeren Sinn).

Zu Beginn des Seminars beschäftigen wir uns mit der wissenschaftlichen, zum Teil sehr leidenschaftlich geführen Diskussion der sogenannten Sprachenfrage und der Rezeption von Literaturen in afrikanischen Sprachen insgesamt. Anschließend werden einzelne, in spezifischen afrikanischen Sprachen verfasste Werke (überwiegend Romane in englischer oder französischer Übersetzung) in ihrem literaturhistorischen und gesellschaftlichen Kontext verortet und im Seminar diskutiert.

Die im Seminar behandelten Werke wurden zu verschiedenen Zeiten und unter sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen geschrieben, und zwar in der Regel in erster Linie für lokale Leser:innen. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sie in vieler Hinsicht nicht den durchschnittlichen Lesegewohnheiten und Leseerwartungen heutiger Leser:innen an anderen Orten der Welt entsprechen. Das Seminar setzt die Bereitschaft voraus, sich über diese verschiedenen Hürden hinweg auf die Erfahrungswelten und Erzählstile/-strategien von Schriftsteller:innen einzulassen, die zumindest einen Teil ihres literarischen Werks (in einigen Fällen aber auch ihr Gesamtwerk) in einer afrikanischen Sprache verfasst haben.

Kenntnisse afrikanischer Sprachen werden nicht vorausgesetzt, ein Interesse an afrikanischen Sprachen und den Besonderheiten literarischer Werke aber sehr wohl. Französischkenntnisse sind grundsätzlich ein Vorteil, weil manche Werke exklusiv ins Französische übersetzt sind und auch die Forschung dazu v.a. auf Französisch publiziert ist. Es ist aber möglich, das Seminar auch ohne Französischkenntnisse zu besuchen.