Zur Person

Nico Nassenstein ist seit 2017 Juniorprofessor für Afrikanistik am Institut für Ethnologie und Afrikastudien (Zwischenevaluation 2020). Nach dem Studium der Afrikanistik, Islamwissenschaft und Germanistik wurde er an der Universität zu Köln promoviert (zur Sprache Rufumbira, Uganda), und arbeitet vornehmlich im Bereich der Soziolinguistik, Linguistischen Anthropologie/Anthropologischen Linguistik und Pragmatik.

Seine Forschungsgebiete umfassen

(1) sprachliche Variation und Phänomene von Sprachkontakt in Bantusprachen Ost- und Zentralafrikas

(2) Registervariation in Afrika (auch in Bezug auf sprachliche Kreativität, urbane Sprache, Jugendsprache)

(3) Sprache und Konflikt, Transgression und Tabu (mit sprachanthropologischer und postkolonialer Ausrichtung, auch zu Themen wie Höflichkeit, Meidungsstrategien, Sex, Schimpfen und Fluchen)

(4) Sprache in touristischen Kontexten.

Gegenstand seiner Forschung sind vor allem die Sprachen Lingala, Swahili und Kinyarwanda-Kirundi (sowie benachbarte/verwandte Sprachen). Er hat neben kurzen Feldforschungsaufenthalten in anderen Regionen (Ruanda, Burundi, Kenia, Mallorca) ungefähr zwei Jahre im Kongo verbracht und hat mehr als 24 Monate Feldforschungserfahrung in Uganda.

In seiner aktuellen Forschung beleuchtet er die soziolinguistischen Aspekte von Tourismus an afrikanischen Stränden (mit Anne Storch/Angelika Mietzner, Universität zu Köln), arbeitet deskriptiv zur Sprache Bangala (Nordostkongo/Nordwestuganda), zur Verwendung von Kirundi/Kinyarwanda im urbanen Kontext von Kampala (Uganda) im Rahmen des interdisziplinären „Forums Humandifferenzierung“ (JGU Mainz) und zu sprachlicher Variation im Swahili (mit Daisuke Shinagawa, TUFS). Darüber hinaus arbeitet er derzeit (mit Anne Storch, Universität zu Köln) zur Nacht aus linguistisch(-anthropologisch)er Perspektive und zur Pragmatik von Jugendsprache (mit Ellen Hurst-Harosh, University of Cape Town).

Intensive Kooperationen im Kontext gemeinsamer Vorhaben bestehen beispielsweise zur Tokyo University of Foreign Studies (Japan), zur University of Cape Town (Südafrika), zur Universidade de São Paulo (Brasilien), zur Universität zu Köln und zur GU Frankfurt. Mit Kolleg*innen der GU Frankfurt (Axel Fleisch u.a.) ist er derzeit im Kontext der Kooperation der Rhein-Main-Universitäten mit der Einrichtung eines neuen Bachelor-Verbundstudiengangs Afrikanistik mit soziolinguistischer und sprachanthropologischer Ausrichtung betraut.

Einige seiner aktuellen Veröffentlichungen sind ein Band zu „Creativity in Language“ des Journals of Language and Culture (2019, herausgegeben mit Alexandra Y. Aikhenvald, Anne Storch, Andrea Hollington), ein Buch zu Swearing and Cursing (2020, mit Anne Storch), ein Sonderband der Zeitschrift Swahili Forum zu „Variation in Swahili“ (2020, mit Daisuke Shinagawa) sowie eine kurze Studie „Worte, Stimmen, Räume: Eine Einladung“ (mit Axel Fleisch, Angelika Mietzner, Anne Storch), erschienen als Sonderband 4 (2020) der Zeitschrift TheMouth. Mehrere Publikationsprojekte sind derzeit in Vorbereitung.