Lehrveranstaltungen im laufenden Semester

Familie, Globalisierung und der Staat

Univ.-Prof. Dr. Heike Drotbohm

Kurzname: Familie
Kursnummer: 07.798.19_720

Empfohlene Literatur

Baldassar, Loretta and Laura Merla (eds.) 2014: Transnational Families, Migration and the Circulation of Care: Understanding Mobility and Absence in Family Life. London, NY: Routledge.

Browner, Carole and Carolyn Sargent (eds.) 2011: Reproduction, Globalization, and the State. New Theoretical and Ethnographic Perspectives. Durham, London: Duke UP.

Cole, Jennifer and Christian Groes (eds.) 2016: Affective Circuits. African Migrations to Europe and the Pursuit of Social Regeneration. Chicago: Chicago UP.

Ginsburg, Faye and Rayna Rapp (eds.) 1991: Conceiving the New World Order: The Global Politics of Reproduction. Berkeley: University of California Press.

Kofman, Eleonore and Parvati Raghuaram (eds.) 2014: Gendered Migrations and Global Social Reproduction (Migration, Diasporas and Citizenship). Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Voraussetzungen / Organisatorisches

Für die Teilnahmen am diesem Hauptseminar (Neuere Debatten der Ethnologie des Globalen, 07.798.19_720) wird der vorherige Besuch des Hauptseminars (Allgemeine Kultur-und Gesellschaftstheorien, 07.798.19_710) empfohlen.
Hausarbeit Länge: 15-20 Seiten.

Inhalt

Familien leben heute zunehmend transnational, über mehrere Orte oder Länder verteilt. Gleichzeitig werden Gesellschaften zunehmend diversifiziert und handeln ihre Erwartungen an ‚ein gutes Familienleben‘ anhand unterschiedlich definierter Machtpositionen aus. In dieser Konstellation nimmt der Staat anhand der Verrechtlichung sozialer Praktiken eine bedeutende Position ein, um die Pflichten und Rechte, die sich an Elternschaft, Geschlechterrollen, Generationenbeziehungen, Reproduktion oder Sexualität richten, zu reglementieren, zu schützen oder zu kontrollieren.

In diesem Seminar befassen wir uns anhand von Ethnographien aus unterschiedlichen Weltregionen mit Themen wie den Normen und Praktiken der Familienzusammenführung, den Interventionen staatlicher Akteure in migrantischen Familien, den Folgen von Abschiebungen für Familienbeziehungen – sowohl in den Ziel- als auch in den Herkunftsländern, Reproduktionstechnologien und deren Globalisierung, Sorgeketten (care chains), die Familien im Globalen Süden mit denen im Globalen Norden verbinden, den Pflichten und Verantwortlichkeiten unterschiedlicher Geschlechter und Generationen und auch den sexuellen oder reproduktiven Rechten Geflüchteter.

Das Seminar zieht seine theoretische Inspiration aus der theoretischen Schnittstelle zwischen Verwandtschaft- und Migrationsethnologie, verortet dies in globalen Zusammenhängen und berührt auch den Bereich der Politik- und Rechtsethnologie.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: SoSe 2021