Lehrveranstaltungen im laufenden Semester

Einführung in die Kunstethnologie

Dr. Cassis Kilian

Kurzname: Kunstethnologie
Kursnummer: 07.798.060

Inhalt

Ein besonderer Schwerpunkt der Übung liegt auf der Betrachtung, Beschreibung und Analyse von Objekten und Bildern. Fast alle haben schon die Erfahrung gemacht, dass sie genauer hinschauen, wenn sie beschreiben sollen, was zu sehen ist – es schult den Blick, die Begegnung mit Kunst zu verbalisieren und man übt sich im Argumentieren, wenn man versucht, die Faszination zu vermitteln, die ein Gegenstand auf einen ausgeübt hat.
Die Frage „ist das Kunst oder kann das weg?“ verweist allerdings auf ein bis heute nicht gelöstes Definitionsproblem. Ethnolog*innen waren sich des Wertes von Artefakten afrikanischer Provenienz zwar immer sehr wohl bewusst und legten umfangreiche Sammlungen an, sie betrachteten die Exponate aber als Manifestationen einer spezifischen Kultur, nicht als Kunst. Aus postkolonialer Sicht war das eine folgenreiche Fehleinschätzung, weil sie eine Hierarchisierung einschließt, deren Auswirkunken sich nach Meinung einiger Kritiker*innen bis heute in der Konzeption ethnologischer Museen niederschlagen. Das Musée du Quai Branly und das Humboldt-Forum stehen aber nicht nur wegen ihrer Kategorisierung als ethnologische Museen zur Debatte, sondern auch weil Kritiker*innen immer wieder die Frage stellen, wem die darin ausgestellten Exponate gehören.
Auf dem Programm dieser Übung stehen Texte zum komplexen Verhältnis von Ethnologie und bildender Kunst, zur „kulturspezifischen“ Wahrnehmung und zum Phänomen der Kreativität.

Empfohlene Literatur

Kreide-Damani, Ingrid 1992: KunstEthnologie. Zum Verständnis fremder Kunst. Köln: DuMont.
Der Internetauftritt des Weltkulturenmuseums (Frankfurt) <http://www.weltkulturenmuseum.de/>

Voraussetzungen / Organisatorisches

Lektüre, Diskussionsbereitschaft, Kurzreferat und Moderation

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: SoSe 2021