Institut für Ethnologie und Afrikastudien  
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Western global –
Interkulturelle Transformationen
des amerikanischen Genres par excellence

 

 

Projektleitung: Dr. Thomas Klein

Wissenschaftliche Hilfskraft: Gregory Mohr

Laufzeit: 01.07.2010 – 30.06.2013

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Partner: Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS)

Projekthomepage: www.western-global.de

 

Das Projekt wurde im Juli 2008 als Kooperation des Instituts für Filmwissenschaft /Mediendramaturgie und des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien der Universität Mainz gegründet. Die Finanzierung der ersten Projektphase übernahm das Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) der JGU. 2009 wurde das Projekt in einer zweiten Phase durch Mittel der Förderlinie 1 der inneruniversitären Forschungsförderung der JGU unterstützt. Erneut vom ZIS gefördert wurde das internationale Symposium „The Western – Intercultural Perspectives“, das am 20./21.11.2009 stattfand. Hierzu wird ein von Thomas Klein und den früheren Projektmitarbeitern der Filmwissenschaft, Peter W. Schulze und Ivo Ritzer, herausgegebener Band erscheinen (Schüren Verlag, vorauss. 2011)

Wie kein zweites Genre spiegelt der Western die Archetypen der Mythologie der USA (frontier, regeneration through violence), wo mit Hollywood das ökonomische Zentrum des Kinos entstand. Durch die weltweite Distribution hat der Western einen enormen Einfluss auf andere nationale Kinematographien ausgeübt. Daraus hervorgegangene Transformationsprozesse, die zu spezifischen Genreausprägungen geführt haben, sind, bis auf den italienischen und deutschen Western, bislang weitgehend unerforscht geblieben. Das Projekt will sich daher mit kulturspezifischen Transformationen des Western in Mexiko, Brasilien, Australien und Japan beschäftigen. Mit dem Charro- (Mexiko), dem Cangaceiro- (Brasilien), dem Bushranger- (Australien) und dem Samurai-Film (Japan) haben sich nationalspezifische Genres herausgebildet, die unter Bezugnahme auf den Western zu einer mythisch fundierten nationalen Identitätsbildung beigetragen haben. Um die komplexen Verschränkungen dieser Genres mit dem Western zu analysieren, wird an den semantisch-syntaktischen Ansatz der Genreanalyse angeknüpft. Dieser bietet die Voraussetzungen, die genannten Genres in ihren nationalkinematographischen sowie kulturellen und historischen Kontexten zu untersuchen. 'Genre' und 'nationales Kino' werden entsprechend als übergreifende Diskurse die Untersuchung organisieren.
Kontextuell werden sich die Analysen auf Ansätze der postkolonialen Theorie stützen. Dies begründet sich dadurch, dass die Nationen, deren Genreformationen untersucht werden, eine von Kolonialismus oder Imperialismus geprägte Historie aufweisen. Davon ausgehend wird der Frage nachgegangen, wie und durch welche Formen der Hybridisierung Identitäten und Alteritäten hervorgebracht werden. In Hinblick auf die zu untersuchenden Genreformationen, die sich mit Bezug auf den Western herausgebildet haben, finden sich unterschiedliche Formen der Resignifizierung, durch die Elemente des fremden nationalspezifischen Genre-Modells zum sinnstiftenden Eigenen umgewandelt werden. Die These lautet, dass durch appropriierende Verfahren wie Inversion, Verfremdung, Parodie und Pastiche sowie durch Einbeziehung genrefremder Darstellungsweisen und Bezüge zu 'außeramerikanischen' Kulturpraktiken den zu untersuchenden Repräsentationsformen des Western eine ästhetische Differenz eingeschrieben wurde.
Ziel des Projektes ist damit eine grundlegende Erweiterung des Genrebegriffs 'Western' und der Genreforschung im Allgemeinen durch die Weiterentwicklung der semantisch-syntaktischen Genreanalyse. Aufgrund der Applikation von Ansätzen der postkolonialen Theorie, die bislang überwiegend literaturwissenschaftlich genutzt wurden, versteht sich das Projekt als Pionierstudie zu einem in dieser Form nicht erforschten medialen Phänomen der interkulturellen Praxis.

 

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