Institut für Ethnologie und Afrikastudien  
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Geschichte der Ethnologie am Institut für Ethnologie und Afrikastudien

Das Institut wurde bei der Neugründung der Universität nach dem zweiten Weltkrieg als „Institut für Völkerkunde“ begründet und von 1947 bis 1956 von Adolf Friedrich geleitet. Friedrichs Assistentin war Erika Sulzmann, die von 1951 bis 1954 eine der ersten deutschen ethnologischen Forschungsexpeditionen nach dem Krieg leitete, zu den Ekonda und Bolia in Belgisch-Kongo (heute DR Kongo). Sie begründete auch die ethnographische Studiensammlung, die heute etwa 3.200 Objekte umfasst. Nach dem Tod von Friedrich übernahm Wilhelm Emil Mühlmann 1957 die Leitung des Instituts und begann mit dem Aufbau einer Abteilung für Soziologie.

1960 verließ Mühlmann das Institut, um einen Ruf in Heidelberg anzunehmen. Sein Nachfolger wurde Karl Jettmar, dessen regionaler Schwerpunkt in Asien lag. Er verließ das Institut schon nach drei Jahren und folgte Mühlmann 1964 nach Heidelberg. Erst danach setzte sich in Mainz die Afrikaforschung als Schwerpunkt durch. Zunächst wurde Eike Haberland Leiter des Instituts, ging aber 1968 nach Frankfurt, um das Frobenius-Institut zu übernehmen. 1969 erhielt dann Ernst Wilhelm Müller einen Ruf nach Mainz und wurde Institutsleiter. Er hatte als Student an der Kongo-Expedition von Erika Sulzmann teilgenommen, die in der ganzen Zeit der personellen Wechsel die Kontinuität der Afrikaforschung am Institut gewahrt hatte. Im selben Jahr wurde der „Lehrstuhl für vergleichende Kulturwissenschaft“ an der Mainzer Universität in eine „Professur für Kulturen und Gesellschaften Afrikas“ umgewandelt und am Institut für Ethnologie angesiedelt. Seit 1974 wurde diese Professur vom Soziologen Gerhard Grohs besetzt, der die von Mühlmann begründete soziologische Orientierung ausbaute. Nach der Emeritierung von Grohs wurde 1997 Thomas Bierschenk auf diese Professur berufen.

Mit der Berufung Müllers wurde das Institut zunächst in „Institut für Ethnologie“ umbenannt. Seit 1975 heißt es „Institut für Ethnologie und Afrikastudien“, um der Präsenz eines zweiten Fachs am Institut, der afrikanischen Philologie, auch im Institutsnamen Rechnung zu tragen. 1984 wurde das Institut erneut um eine Professur erweitert, auf die Ivo Strecker berufen wurde. Damit erhielt das Institut im Prinzip seine heutige Gestalt. 1987 trat Karl-Heinz Kohl die Nachfolge Müllers an. Als er im Jahr 1996 an das Frobenius-Institut und Institut für Historische Ethnologie in Frankfurt wechselte, war die Stelle einige Jahre vertretungsweise besetzt, bis Carola Lentz 2002 diese Professur für Ethnologie übernahm.

Die vorläufig letzte personelle Änderung gab es im Jahr 2005: Nach der Pensionierung von Ivo Strecker wurde seine Stelle in eine Juniorprofessur für „Ethnologie und populäre Kultur Afrikas“ umgewandelt und ist seitdem mit Matthias Krings besetzt.

Das Fach Ethnologie

 

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