M.A. Linguistik: Schwerpunkt Afrikanistik

Fachprofil der "Afrikanistik" innerhalb des M.A. Linguistik

In Afrika südlich der Sahara werden heute schätzungsweise ca. 1.500 Sprachen gesprochen. Die Angaben schwanken aus mehreren Gründen, was neben allgemeinen Problemen der Abgrenzbarkeit auch mit dem fortschreitenden Aussterben vor allem "kleinerer" Sprachen zusammenhängt.

Die Verteilung der afrikanischen Sprachen auf die einzelnen Länder Afrikas ist äußerst unterschiedlich. Zu den Ländern mit der größten Sprachendichte gehören Nigeria (ca. 500 Sprachen) und Kamerun (ca. 280 Sprachen), während z.B. in Ruanda überwiegend das Kinyaarwanda verbreitet ist. Die Sprachen Afrikas lassen sich vier Großfamilien oder Sprachpylae zuordnen.

Bei einer überwältigenden Mehrheit der afrikanischen Sprachen handelt es sich um nicht verschriftete bzw. erst in jüngster Zeit verschriftete Sprachen, die in großer Zahl bis heute ungenügend oder überhaupt nicht wissenschaftlich dokumentiert sind.

Zum Inhalt des Schwerpunktstudiums

Die Afrikanistik in Mainz versteht sich generell als funktional-deskriptive Linguistik mit typologischer Grundausrichtung. Sie ist vor allem eine empirisch arbeitende Disziplin, welche sprachliche Strukturen immer in Verbindung mit Funktion und Bedeutung betrachtet.

Die Beschäftigung mit Unterschieden und Übereinstimmungen in der Struktur afrikanischer Sprachen bildet einen Schwerpunkt des Studiengangs. Im Zentrum stehen hierbei sowohl formbasierte Ansätze (z.B. Wortstellungstypologie) als auch inhaltsorientierte Ansätze (z.B. Versprachlichung von Eigenschaftskonzepten oder Besitzverhältnissen). Darüber hinaus steht auch die Analyse der arealen Ausprägung von Sprachmerkmalen ("Sprachbund") sowie die Anwendung von typologischen Fragebögen auf dem Programm.

Die Afrikanistik in Mainz unterhält zahlreiche Verbindungen zu afrikanischen Universitäten. Als Disziplin, die sich vor allem auch mit Sprachen mit nur wenig oder gar ohne Schriftproduktion auseinandersetzt, ist die herausragende Methode der Afrikanistik die Feldforschung, verknüpft mit verschiedenen Verfahren der Datengewinnung und -analyse.